Am 22. April 2015 tauschten sich Frau Dr. Astrid Freudenstein, Mitglied im Ausschuss für Kultur und Medien im Deutschen Bundestag, und Klaus-Dieter Gröhler, MdB zu den Fragen aus, wer die Medien heutzutage steuert und welchen Einfluss sie auf die Gesellschaft haben.  


Rede- und Meinungsfreiheit sind Grundpfeiler unserer Demokratie. Entsprechend ist der Umgang der Medien mit Informationen und Meinungen und somit ihr Einfluss auf unsere Gesellschaft. Sie werden auch als 4. Säule der Macht betrachtet. Anhand verschiedener Beispiele zeigte Dr. Freudenstein, wie es durch Formen der Berichterstattung zu einer manipulativen Verzerrung der Wahrnehmung kommen kann. Diese würde durch den zunehmenden „Trend des Abschreibens“ verstärkt, bei welchem viele Medien das Tagesgeschehen eher kommentierten, anstatt darüber zu informieren.

Auch stünde heute vermehrt der Wettbewerb um die besten Schlagzeilen im Vordergrund. Dabei würden insbesondere Boulevardblätter gerne sogenannte „Bad News“ aufgreifen, um größere Aufmerksamkeit zu erzielen. Sei es durch verstörende Gewaltbilder oder detaillierte Berichte des Grauens; die Hemmschwelle der Medien sinke zunehmend. Besonders im Internet sei diese Form der Berichterstattung kaum zu regulieren. Innerhalb kürzester Zeit können Bilder ins Netz geraten und sich rasant auf allen Medienplattformen verbreiten, wie beispielsweise der Anschlag auf das französische Satiremagazin „Charlie Hebdo“ zeigte.

Hier herrschte unter den Anwesenden besonders Einigkeit darüber, dass sich in unserer Gesellschaft zunehmend eine Wissenskluft bildet zwischen denen, die sich bilden möchten und denen, die Nachrichten konsumieren und deren Inhalt nicht infrage stellen. Dr. Freudenstein betonte, dass die Medien besonders durch diese zwei Gruppierungen zunehmend an Einfluss gewinnen würden. Abschließend fasste sie zusammen: „Um der Manipulation durch die Medien entgegenzuwirken, sollte die Gesellschaft heutzutage medienkompetenter und kritischer werden. Nachrichten jeglicher Art sollten stets mit dem Bewusstsein einer gewissen Grundskepsis betrachtet werden. Nur so lässt sich einer Manipulation durch fehlerhafte Medien entgegenwirken.“

Der interessante Vortrag endete in einer angeregten Diskussion unter den Gästen, die selbst auf manchem Heimweg noch nicht endete. Der Dank gilt der Referentin.

Inhaltsverzeichnis
Nach oben