In der letzten Woche besuchte der Bundestagsabgeordnete von Charlottenburg-Wilmersdorf Klaus-Dieter Gröhler den Gärtnerhof Charlottenburg im Fürstenbrunner Weg 70. Mitten in Charlottenburg werden hier Obst, Gemüse und Zierpflanzen nach ökologischen Standards produziert. Gleichzeitig ist die Gärtnerei ein Inklusionsbetrieb, was bedeutet, dass hier auch Menschen mit Behinderung am Arbeitsleben teilnehmen können.

Auf dem Gelände wurden wir von Frank Jeromin (Geschäftsführer von Mosaik), Lotte Karl (Bereichsleiterin Services), Dirk Häusser (Fachbereichsleiter Garten- und Landschaftspflege) und Beate Baumgärtner (Begleitender Dienst) empfangen, die uns das Gelände zeigten und ausführlich unsere Fragen beantworteten. Wir, das sind meinPraktikant und ich. 

Erst letztes Jahr wurde das Haupthaus aus hellem Holz mit großen Panoramafenstern fertiggestellt und der Gartenbetrieb vollständig aufgenommen. In vier Gewächshäusern reifen jetzt Tomaten, bunte Paprika und anderes Gemüse, während auf den Feldern Fenchel, Kartoffeln und Kohl gedeihen. Zur Bewässerung der insgesamt circa drei Hektar großen Anbaufläche wird Regenwasser in Zisternen gesammelt.

Nachhaltig produzierte zertifizierte Bioprodukte aus Berlin sind begehrt, sei es im Großhandel, im Tierpark oder bei kleinen veganen Restaurants. Ein Teil der Früchte wird aber in der eigenen Lehrküche weiterverarbeitet, zum Beispiel zu Marmelade oder Tomatensoße. Die fertigen Produkte werden, wie auch frisches Obst und Gemüse, im angeschlossenen Hofladen angeboten. In allen Tätigkeitsbereichen von Landwirtschaft über Lebensmittelverarbeitung bis zum Verkauf und der Lieferung an den Kunden bildet der Gärtnerhof Charlottenburg Menschen mit und ohne Behinderungen aus.

Die Gärtnerei zählt zum Mosaik-Unternehmensverbund, in welchem über 40 verschiedene Inklusionsbetriebe in den Branchen Gastronomie, Gebäudereinigung, Malerei, Büroservice, Einzelhandel angesiedelt sind. Von der Produktion eigener Fleisch- und Wurstwaren auf dem Ökohof Kuhhorster bis zur Arbeit auf dem Königlichen Weinberg sind die verschiedensten Beschäftigungen möglich, wodurch Auszubildende bei Mosaik auf vielfältige Weise gefördert werden können. Erklärtes Ziel von Mosaik ist es, insbesondere Menschen mit Behinderungen tarifliche Arbeitsplätze zu bieten, sodass von insgesamt 180 Beschäftigten 111 Menschen mit Behinderung sind. Auch in der Ausbildung schlägt sich das nieder und von den 30 Ausbildungsplätzen sind 22 mit Menschen mit Behinderungen besetzt. Diese können sich pädagogisch begleitet innerhalb der betrieblichen Strukturen qualifizieren und werden nach der dreieinhalb jährigen Ausbildung häufig übernommen oder in eine andere Stelle vermittelt.

Seit mittlerweile 50 Jahren verbinden die Ausbildungsbetriebe von Mosaik pädagogischen Anspruch mit umsichtigen, nachhaltigen Wirtschaften. Durch den Besuch konnten wir viele interessante Einblicke in die vielfältige Arbeit eines Inklusionsbetriebs erlangen und den urbanen Gärtnerhof Charlottenburg kennenlernen.

Inhaltsverzeichnis
Nach oben