Sterbehilfe oder Sterbebegleitung: Was ist ein würdevoller Abschied?

Dr. Kristina Schröder zu Gast bei Klaus-Dieter Gröhler

 

Am Mittwoch war die Bundestagsabgeordnete Dr. Kristina Schröder zu dem Thema „Was ist ein würdevoller Abschied? Sterbehilfe oder Sterbebegleitung?“ zu Gast im Bürgerbüro Café Wahlkreis in Berlin-Westend. Die ehemalige Bundesministerin für Familie, Frauen, Senioren und Jugend vertritt im Bundestag den Wahlkreis Wiesbaden und gehört dem Ausschuss für Wirtschaft und Energie sowie dem Ausschuss für Wahlprüfung, Immunität und Geschäftsordnung an.

Zunächst führte die promovierte Soziologin umfassend in das Thema ein. Ausgehend vom Fall Roger Kuschs, dem Vorsitzenden des Vereins „Sterbehilfe Deutschland“, stellte sie verschiedene Ansätze zur Regelung des Themas vor. Diese fanden sich auch in den vier Anträgen im Bundestag wieder, über die in der vergangenen Woche abgestimmt wurde. Die aktive Sterbehilfe sowie die gewerbsmäßige passive Sterbehilfe sind auch weiterhin verboten. Hier zeigte Frau Dr. Schröder das Problem auf, dass sich aus der bestehenden Rechtsunsicherheit für Ärzte ergibt. Denn es ist zu befürchten, dass Ärzte mit Ermittlungsverfahren rechnen müssen, wenn sie ihren Patienten in Ausnahmefällen beim Suizid behilflich sind, da auch dies als gewerbsmäßiges Handeln eingeordnet werden könnte. Darüber hinaus hob sie hervor, dass die Palliativmedizin sowie die Hospizversorgung mit zusätzlichen finanziellen Mitteln in Höhe von 300 Millionen Euro unterstützt werden sollen. Auch die häusliche Pflege soll weiter ausgebaut werden, so dass eine palliativmedizinische Regelversorgung im eigenen Zuhause ermöglicht wird.

Diskutiert wurde mit den Zuhörern vor allem über die Bestimmung der subjektiven Würde eines Menschen und dem Umgang mit suizidwilligen, aber gesunden Menschen. Es wurde deutlich, dass sich nicht alle Teilnehmer mit dem Beschluss des Deutschen Bundestages in der letzten Woche identifizieren können. Auch aus der Praxis wurde von einer Besucherin berichtet und auf die dringend notwendige Unterstützung im Bereich des Hospizwesens hingewiesen. Die Patientenverfügung als Möglichkeit einer Regelung des Umgangs mit Maßnahmen zur Lebenserhaltung und –verlängerung  wurde ebenfalls angesprochen. 

Dr. Kristina Schröder betonte zum Abschluss noch einmal die Wichtigkeit des Themas für Staat und Gesellschaft: „Es gibt nicht viele Dinge, für die wir in dieser Legislaturperiode so viel Geld in die Hand genommen haben.“

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