Jedes Jahr besteht die Möglichkeit, als junger Botschafter für ein Jahr in die USA zu gehen. Meine aktuelle PPP-Schülerin hat mir gerade ihren jüngsten Erfahrungen zukommen lassen, den ich Ihnen nicht vorenthalten möchte.

Erst einmal zu der US-Wahl:

Die Präsidentschaftswahl war besonders in den letzten Wochen ein riesiges Thema hier. In der Schule und auch in meiner Gastfamilie haben wir viel darüber geredet. Ich kann sehr glücklich sein, dass wir meine Gastfamilie und ich eine ähnliche Position vertreten. Ich habe nämlich von anderen Austauschülern gehört, dass es für sie anfangs ein bisschen schwer war, dass ihre Gastfamilie und das ganze Umfeld eine andere Meinung vertreten. Aber auch diese haben es geschafft, andere Meinungen und Perspektiven zu akzeptieren, auch wenn sie diese nicht vertreten. In den Medien war das große und gefühlt auch einzige Thema die Wahl. Viele haben auch ihr Haus mit der Wahlkampagne von Clinton oder Trump geschmückt. Colorado ist normalerweise ein Swing State, das heißt das sie manchmal demokratisch, manchmal aber auch republikanisch wählen. Die Wahl habe ich wie viele andere bis in die Nacht live im Fernsehen mitverfolgt. Dieses Jahr hat Clinton in Colorado mit über 70 Prozent deutlich gewonnen.

Am nächsten Tag in der Schule waren viele sehr geschockt. Wir haben fast nur über die Wahl geredet, weil sich viele nicht auf etwas anderes konzentrieren konnten. Wenige fanden es toll, dass Trump gewonnen hat, manche haben geweint, weil sie Angst haben. Ich habe diesen Wahlkampf als besonders lange empfunden. Die Mehrheit der Amerikaner ist laut Umfragen weder mit Clinton noch mit Trump zufrieden, weshalb viele die ganzen neuen Enthüllungen, Skandale und Videos irgendwann satt hatten. Das Trump schließlich doch gewonnen hat ist eine Überraschung für die Meisten gewesen, da Clinton in so gut wie allen Prognosen vorne lag. Nachdem nun die ersten Wochen seit der Wahl vergangen sind, probieren viele die gegen Trump sind, in die Zukunft zu schauen und zu hoffenm, dass er einen besseren Job macht, als sie denken.

Nun zu meiner Woche in Washington DC:

Alle PPP-Stipendiaten wurden für eine Woche nach Washington DC eingeladen. In dieser Woche haben wir sehr viel gesehen, erlebt und gelernt. Wir waren in vielen Museen, wie zum Beispiel dem neuen American American Museum. Außerdem waren wir bei vielen beeindruckenden Dnkmälern, wie zum Beispiel dem Jefferson, Lincoln und King Memorial.

Ein Highlight dieser Woche war der Capitol Hill Day. Wir hatten die Möglichkeit, mit den Senatoren zu reden (bei mir die Senatoren von Colorado). Wir mussten uns alle schick anziehen und haben die Zeiten von unserem Meeting bekommen.  Ich habe zwar nur mit den Mitarbeitern von den Senatoren reden können, weil diese keine Zeit hatten, es war aber trotzdem sehr interessant. Manche Treffen gingen fast eine Stunde und wir haben sehr viel über Politik geredet.

Nach den Treffen hatten wir noch Freizeit und konnten selbst entscheiden, was wir machen. Nachdem wir gegessen hatten, sind wir in Supreme Court (Gericht) gegangen und haben dort bestimmt eine Stunde mit einem netten Mitarbeiter geredet, welcher zufällig eine lange Zeit in Deutschland gelebt hat. Außerdem waren wir in der Library of Congress. Diese Bücherei ist wirklich sehr schön und riesig.

An diesem Abend hatten wir auch eine Simulation, in der es um einen Konflikt ging: In einem Land gab es keine Religionsfreiheit, weshalb viele Menschen von dort in das Nachbarland „fliehen“ wollten. Wir hatten 4 Gruppen: Das Land selbst, das Nachbarland, ein Land, das ein wichtiger Handelspartner ist und die USA. Am Anfang haben wir uns alle ein bisschen gefragt, was das soll, aber am Ende fanden es alle wirklich toll. Es war interessant, sich in eine andere Perspektive hinein zu denken und eine Lösung zu entwickeln.

Am nächsten Tag haben wir unter anderem das Weiße Haus gesehen. Leider waren vor dem Gebäude Bauarbeiten, weshalb wir nicht so viel gesehen haben. Es war trotzdem sehr beeindrucken, an diesem Ort zu sein, wo so viele Präsidenten gewohnt haben und so viel Politik passiert.

Am Freitag ging es dann auch schon wieder nach Hause. Insgesamt kann man sagen, dass wir sehr viel gesehen und auch gelernt haben. Ich habe gute Freunde dort wieder getroffen und neue Menschen kennengelernt. Mit den Austauschülern aus meinem Zimmer habe ich mich auch sehr gut verstanden und wir waren immer sehr lange wach, weil wir viel gelacht und geredet haben. Ich war so müde, dass als ich zu Hause wieder angekommen bin, 20 Stunden geschlafen habe.


Vielen Dank liebe Nina, dass du diese wunderbaren Erfahrungen mit uns teilst!

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