Politik am Abend

Was ändert sich bei der S-Bahn?

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe Politik am Abend war vorgestern Peter Buchner, der Geschäftsführer der Berliner S-Bahn, mein Gast. Im Café Wahlkreis stand er den Besuchern Rede und Antwort über die gegenwärtige Situation der S-Bahn und ihre mittelfristige Entwicklung.
Herzlichen Dank dafür!

Einführend präsentierte Peter Buchner Daten und Fakten: Die S-Bahn sei Teil des Berliner Nahverkehrssystem, das sich aus U-Bahn, Straßenbahn und Bussen zusammensetze. Das Streckennetz umfasse eine Länge von ca. 331 km. Die 16 S-Bahn-Linien beförderten täglich etwa 1,4 Millionen Fahrgäste aus Berlin und Brandenburg und die Fahrgastzahlen seien weiterhin steigend. Leider müssten zur Beförderung dieser Menschenmassen viele in die Jahre gekommene Züge eingesetzt werden. Die älteste Baureihe (485) sei schon in den Jahren von 1988 bis 1992 gebaut worden und werde aufgrund der technischen Weiterentwicklungen des gesamten Streckennetzes maximal bis 2023 in Betrieb sein können. Bedauerlicherweise sorge das Alter der Züge für technische Probleme, die immer wieder zu Zugverspätungen führen würden. So seien allein 50% der Verspätungen auf die veraltete Technik der Züge zurückzuführen. Daher investiere die S-Bahn derzeit 250 Millionen Euro in den Bau und die Reparatur von Zügen. Weitere Gründe für Blockierungen des Gleisverkehrs seien neben Störungen der Signaltechnik auch Eingriffe von außen wie Gegenstände auf den Gleisen, Notfälle oder Polizeieinsätze. In diesen Fällen aber könne die S-Bahn nur wenig Einfluss nehmen, um die Situation zu verbessern.

In der gemeinsamen Diskussion wurde deutlich, dass die allgemeine Unzufriedenheit der Berliner über den Öffentlichen Nahverkehr in den letzten Jahren spürbar gestiegen ist. Die Besucher kritisierten, dass Züge häufig nicht pünktlich fahren oder ganz ausfallen würden und dass auch der optische Eindruck oft zu wünschen übriglasse. Tatsache ist, dass Züge vermehrt mit Graffiti beschmiert wurden. Auch fühlen sich S-Bahnnutzer durch Musiker und Obdachlose gestört. Hier setzt die S-Bahn verstärkt auf die Hilfe von Bundespolizei, Sozialarbeitern und den eigenen Sicherheitsdienst.

Am meisten aber beschäftigte die Besucher das Thema Sicherheit. Da die Züge selbst nicht mit Kameras ausgestattet wurden und nur die Bahnhöfe videoüberwacht sind, werde mehr Sicherheitspersonal in den Zügen eingesetzt, um Gefahrensituationen zu verringern, erklärte Buchner.

Mit Blick auf die Zukunft wies er darauf hin, dass zukünftig Autonomes Fahren auch bei der S-Bahn eine immer größere Rolle spielen werde, es jedoch bis zu dessen Umsetzung noch einige Zeit brauchen würde.

 

Den Beitrag zu dieser Veranstaltung in der Abendschau des rbb sehen Sie hier: mediathek.rbb-online.de/tv/Abendschau/Wie-weiter-mit-der-S-Bahn/rbb-Fernsehen/Video

Mehr dazu lesen Sie in der Berliner Woche vom 25.06.2018 unter der Überschrift "Sicherheit, Sauberkeit und Pünktlichkeit sind die Hauptprobleme":
www.berliner-woche.de/wilmersdorf/c-verkehr/sicherheit-sauberkeit-und-puenktlichkeit-sind-hauptprobleme_a169160

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